Aus der Geschichte des Hap-Ki-Do in Bochum/Nordrhein-Westfalen/Deutschland

Im Zuge der Gastarbeiterbewegung in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts kamen auch Gastarbeiter aus Korea, die sich in Europa und speziell in Deutschland eine Existenz aufbauen wollten, nach Deutschland.

Einer dieser koreanischen Gastarbeiter war Großmeister Kim Sou Bong, der die Techniken des Hap-Ki-Do mit nach Deutschland brachte. Zunächst von 1965 an und dann nach einem kurzem Amerikaaufenthalt wieder ab 1968 bis zu seinem Tod im Jahre 2011 hielt sich Meister Kim in Deutschland/zuletzt Düsseldorf auf. Seine Schulen betrieb er in dieser Zeit in Mülheim a.d.R. und Düsseldorf. Von hier aus entwickelte sich das Hap-Ki-Do zunächst im Ruhrgebiet, dann ins Rhein-Main-Gebiet, in die Beneluxstaaten und nach Österreich.

 

Hap-Ki-Do im Post-Sportverein Bochum

Bei der am 04. August 1971 stattgefundenen Hauptversammlung des Post-Sportvereins wurde mit einem neuen Vorstand auch die Selbstverteidigungs-Sportart Hap-Ki-Do in die schon bestehende Judoabteilung als neues Sportangebot aufgenommen.

Wir begannen mit dem Hap-Ki-Do System Kuk Soul Won, und verpflichteten deshalb einen Trainer aus Lünen (Gerd Rummler).

Die benötigten Trainingsräumlichkeiten stellte das damalige Fernmeldeamt (ehemals Hauptpost der Stadt Bochum gegenüber dem Rathaus) in alten Kantinen und Luftschutzkellerräumen – zur Verfügung. Die benötigte Judomatte wurde von dem Post SV Hagen ausgeliehen.

So ging es zwar eine ganze Zeit recht gut, jedoch konnten die Räumlichkeiten seitens des Fernmeldeamtes zeitlich nicht unbegrenzt zur Verfügung gestellt werden. Auch die geliehene Matte musste wieder zurück gegeben werden.

Schließlich blieb nur die Alternative, das Training in einer öffentlichen Turnhalle durchzuführen. Leichter gesagt als getan! Denn um Trainingszeiten in öffentlichen Turnhallen nutzen zu können, musste der Verein als Mitglied im Nordrheinwestfälischen Budoverband eingeschrieben sein.

Wir beantragten also beim Budoverband NRW die Aufnahme als ordentliches Mitglied, und als solches sollten wir dann auch Trainingszeiten und -orte in öffentlichen Turnhallen erhalten. Zu dieser Zeit gab es in dem Verband einen Sachbearbeiter für Hap-Ki-Do, der zuvor auf eigenes Betreiben hin das Hap-Ki-Do als eigene Sektion in den Budoverband aufgenommen hatte. Es kam in unserem Verein in diesem Zusammenhang zu einem Wechsel der trainierten Hap-Ki-Do Stilrichtung. Dem Kuk Soul Won  folgte das Hap-Ki-Do, welches Meister Kim Sou Bong zu dieser Zeit schon anbot. Ab diesem Zeitpunkt fanden regelmäßige, wöchentliche Trainings in Mülheim an der Ruhr bei Meister Kim statt.

Es waren viele Fahrten und Trainingsabende bis zum Ablegen der DAN-Prüfung und Aufnahme in das Hap-Ki-Do DAN-Kollegium notwendig. 

Die ersten Vereinsmitglieder, die im September 1975 zur DAN-Prüfung anstanden waren u.a.: Uli Abt, Uli Böhme und Jürgen Hahne (siehe die hier eingefügten Bilder).

 

Hap-Ki-Do im Post-Sportverein Bochum – Heute

Ulrich Abt leitete federführend mit anderen Meistern aus Bochum das Training bis zu seinem Tod im Dezember 2004.

Mit Beginn des Jahres 2011 entschieden sich die verantwortlichen Meister im Verein dazu, weiterhin dem traditionellen Hap-Ki-Do verpflichtet zu sein, sich aber enger an die Gegenbenheiten des NRW-Hap-Ki-Do-Verbandes anzulehnen.

Als Trainingsstätten stehen uns zur Verfügung (Weiteres s. Seite –Kontakt-).

 
Was zeichnet uns aus?

Bei unserem Training konzentrieren wir uns auf:

  • Ausnutzung der Kraft des Gegners:
    Dies ist ein grundsätzliches Prinzip, auf dem unsere Techniken aufbauen. Nicht die Kraft des Einzelnen ist entscheidend für den Erfolg, sondern der situativ optimale Bewegungsablauf.
  • Harmonische Körperbewegungen:
    Der Kreis ist die geometrische Vorlage für unsere Bewegungen.
  • Erfahren der eigenen Körpermitte durch Atmung:
    Kontrollierte Atem-Übungen und das Erfahren der eigene Körpermitte bilden den Ausgangspunkt zur korrekten Ausführung der Techniken.
  • Realistische Techniken:
    Wir differenzieren uns von Kampfsportarten dadurch, dass wir weder einen künstlich ästhetischen, noch einen wettkampf-, d.h. punkteorientierten Anspruch verfolgen.
  • Sicherheit durch kontrolliertes Handeln:
    Wir steigern das persönliche Selbstvertrauen durch stetige Erfolgskontrolle und -bestätigung.
  • Partnerschaftliches Training:
    Ganz wichtig für uns ist ein harmonischer Umgang miteinander, nicht nur beim Training, sondern auch außerhalb der Sporthalle. Wir legen Wert auf gegenseitigen Respekt und auf Toleranz.